Eine barocke Holzskulptur war stark geschädigt durch den Holzwurm (Anobien oder Nagekäfer)
- Anobien
- Nagaekäfer
- Holzwurm
Weiche Holzarten haben häufig das Problem, dass sie anfällig sind für Anobienbefall. Sie sind ein beliebtes Nahrungsmittel der Larven der Nagekäfer, von denen es mehrere Unterarten gibt.
Da Linde und ähnliche Holzsorten beliebte Hölzer für Schnitzereien sind, finden wir häufig Anobienbefall an Holzskulpturen. Dabei ist es den Insekten egal, ob es sich um eine gotische oder barocke Holzskulptur handelt, Hauptsache das Holz ist weich genug und nahrhaft für die Larven.
Zu Anobien
Wenn eine Holzskulptur von Anobien (dem Gemeinen Nagekäfer, besser bekannt als Holzwurm) befallen ist, ist schnelles Handeln wichtig, um die künstlerische Substanz zu erhalten. Die Larven fressen sich über Jahre durch das Holz, bevor sie als Käfer ausschlüpfen.
Befall erkennen
- Frisches Bohrmehl: Helles Holzmehl unter oder auf der Skulptur deutet auf aktiven Befall hin.
- Ausfluglöcher: Kleine, kreisrunde Löcher (1–2 mm Durchmesser) zeigen, wo fertige Käfer das Holz verlassen haben.
- Papiertest: Klebt man Papier über die Löcher; wird es durchstoßen, ist die Larve noch aktiv.
Vor kurzem haben wir eine barocke Pieta restauriert. Die Skulptur ist aus einem nicht näher bestimmten Holz geschnizt, wir vermuten Linde und mit farbiger Fassung versehen. Über Jahrzehnte oder Jahrhunderte haben die Anobien starke Schäden an der Skulptur verursacht. Die Skulptur wurde uns übergeben mit großen Fehlstellen und Ausbrüchen im Holz.




Nach einer Wärmebehandlung, die zur Bekämpfung aller Entwicklungsstadien zum Einsatz kam wurde sie uns zur Konservierung und Restaurierung übergeben.
Das poröse, stark vorgeschädigte Holz haben wir zunächst gefestigt mit einem geeigneten Festigungsmittel, die größeren Hohlräume und Fehlstellen haben wir mit einer Stäbchenergänzung geschlossen und wieder aufgebaut.
Anschließend wurde die Fassung in den neu aufgebauten Bereichen ergänzt mit Kreidekitt, Kreidegrund und farblich angeglichen.

