Gemälde restaurieren lassen – Fachgerechte Restaurierung und Konservierung
Warum sollte ein Gemälde restauriert werden?
Gemälde sind empfindliche Kunstwerke, deren Materialien im Laufe der Zeit natürlichen Alterungsprozessen unterliegen. Licht, Temperaturschwankungen, Luftfeuchtigkeit, Staub oder frühere unsachgemäße Restaurierungen können zu Rissen, Malschichtverlusten, vergilbten Firnissen oder Verformungen des Bildträgers führen.
Eine fachgerechte Restaurierung dient nicht dazu, ein Gemälde „wie neu“ erscheinen zu lassen. Ziel ist der langfristige Erhalt der originalen Substanz sowie die Sicherung der künstlerischen und historischen Aussagekraft. Grundlage jeder Behandlung ist eine individuelle Untersuchung des Kunstwerks.
Welche Schäden treten bei Gemälden häufig auf?
Die Art der Schäden hängt von Alter, Maltechnik und Lagerungsbedingungen ab. Zu den häufigsten Schadensbildern gehören:
- Risse im Bildträger
- Lockerungen oder Abhebungen der Malschicht
- Fehlstellen im Farbauftrag
- vergilbte oder ungleichmäßige Firnisse
- Verschmutzungen und Oberflächenablagerungen
- Schimmel- oder Feuchtigkeitsschäden
- Verformungen von Leinwand oder Holztafel
- Schäden durch frühere Restaurierungen
Viele dieser Veränderungen entwickeln sich über Jahre hinweg. Werden sie frühzeitig erkannt, lassen sich größere Substanzverluste häufig vermeiden.
Was ist das Ziel einer Gemälderestaurierung?
Im Mittelpunkt steht die Erhaltung des Originals. Restauratorische Maßnahmen werden individuell geplant und auf den tatsächlichen Erhaltungszustand abgestimmt. Dabei gelten die international anerkannten Grundsätze der Restaurierung:
- Erhalt der Originalsubstanz
- minimale Eingriffe
- reversible Materialien und Methoden
- vollständige Dokumentation aller Maßnahmen
Jedes Gemälde besitzt eine eigene Materialgeschichte. Deshalb wird vor jeder Restaurierung eine restauratorische Untersuchung durchgeführt, um Schäden, Ursachen und geeignete Maßnahmen fachgerecht zu beurteilen.



Wie läuft eine Gemälderestaurierung ab?
Jede Gemälderestaurierung beginnt mit einer sorgfältigen Untersuchung. Dabei werden Material, Maltechnik, Erhaltungszustand und frühere Restaurierungsmaßnahmen analysiert. Ziel ist es, Schadensursachen zu erkennen und ein individuelles Restaurierungskonzept zu entwickeln.
Je nach Objekt können verschiedene Untersuchungsmethoden eingesetzt werden, beispielsweise Streiflicht, UV-Licht oder mikroskopische Analysen. Diese ermöglichen eine genaue Beurteilung von Malschicht, Firnis und Bildträger, ohne das Kunstwerk zu beeinträchtigen.
Auf Grundlage der Untersuchung werden alle erforderlichen Maßnahmen dokumentiert und in einer sinnvollen Reihenfolge geplant.






Welche Restaurierungsmaßnahmen kommen infrage?
Die Behandlung richtet sich immer nach dem Zustand des Gemäldes. Nicht jedes Kunstwerk benötigt eine vollständige Restaurierung – häufig reichen konservatorische Maßnahmen aus, um den weiteren Substanzverlust zu verhindern.






Zu den häufigsten restauratorischen Arbeiten gehören:
- Festigung gefährdeter Malschichten
- Oberflächenreinigung und Schmutzentfernung
- Firnisabnahme und Neuverfirnisung
- Schließen von Rissen und Fehlstellen
- Stabilisierung des Bildträgers
- Kittungen und Retuschen
- konservatorische Sicherungsmaßnahmen
Alle Eingriffe erfolgen nach dem Grundsatz der minimalen Intervention. Es wird nur behandelt, was für den langfristigen Erhalt des Kunstwerks notwendig ist.
Bei der Restaurierung eines Leinwandgemäldes aus dem frühen 18. Jahrhundert zeigte sich unter einem stark vergilbten Firnis eine außergewöhnlich gut erhaltene originale Malschicht. Nach der konservatorischen Sicherung konnten frühere Übermalungen reduziert und die ursprüngliche Farbigkeit wieder sichtbar gemacht werden.
Reinigung von Gemälden
Im Laufe der Zeit lagern sich Staub, Ruß, Nikotin oder andere Umwelteinflüsse auf der Oberfläche eines Gemäldes ab. Zusätzlich können natürliche Firnisse vergilben und die ursprüngliche Farbwirkung deutlich verändern.
Vor jeder Reinigung wird geprüft, welche Materialien verwendet wurden und wie empfindlich die Malschicht ist. Anschließend werden geeignete Reinigungsmethoden ausgewählt, die Verschmutzungen schonend entfernen, ohne die originale Farbsubstanz zu gefährden.
Eine fachgerechte Reinigung kann Farbigkeit, Kontraste und Bildtiefe sichtbar verbessern und gleichzeitig zur langfristigen Erhaltung beitragen.




Retusche und Ergänzung von Fehlstellen
Fehlstellen in der Malschicht können den Gesamteindruck eines Gemäldes erheblich beeinträchtigen. Nach der Sicherung der Originalsubstanz werden solche Bereiche – sofern restauratorisch sinnvoll – geschlossen und zurückhaltend retuschiert.
Ziel einer Retusche ist nicht die vollständige Rekonstruktion verlorener Bildbereiche. Vielmehr sollen Fehlstellen optisch integriert werden, ohne den historischen Charakter des Kunstwerks zu verändern.
Verwendet werden ausschließlich alterungsbeständige und reversible Restaurierungsmaterialien. Dadurch bleiben spätere Untersuchungen und zukünftige Restaurierungen jederzeit möglich.
Konservierung oder Restaurierung – wo liegt der Unterschied?
Konservierung und Restaurierung verfolgen unterschiedliche, sich jedoch ergänzende Ziele.
Die Konservierung dient der Stabilisierung des vorhandenen Zustands. Sie verhindert weitere Schäden und sichert die originale Substanz eines Kunstwerks.
Die Restaurierung umfasst darüber hinaus Maßnahmen zur Verbesserung der Lesbarkeit und ästhetischen Wirkung. Dazu gehören beispielsweise Retuschen, Kittungen oder die Reduzierung störender Überarbeitungen.
Welche Maßnahmen erforderlich sind, wird immer individuell entschieden. Häufig stehen konservatorische Arbeiten im Vordergrund, während restauratorische Eingriffe bewusst auf das notwendige Maß beschränkt bleiben.
Wann ist eine Restaurierung sinnvoll?
Nicht jeder Schaden erfordert sofort umfangreiche Maßnahmen. Dennoch empfiehlt sich eine restauratorische Begutachtung, wenn erste Veränderungen sichtbar werden.
Typische Anzeichen sind:
- Risse oder Verformungen des Bildträgers
- abhebende oder abblätternde Malschichten
- vergilbter oder fleckiger Firnis
- starke Verschmutzungen
- Schimmel- oder Feuchtigkeitsschäden
- lockere Rahmen oder Spannungen der Leinwand
- Schäden nach Transport oder Wassereinwirkung
Eine frühzeitige konservatorische Sicherung ist häufig deutlich schonender und wirtschaftlicher als eine spätere umfangreiche Restaurierung nach fortgeschrittenem Substanzverlust.
Untersuchung und restauratorische Befundaufnahme
Jede Gemälderestaurierung beginnt mit einer umfassenden Untersuchung des Kunstwerks. Erst wenn Material, Aufbau und Erhaltungszustand genau bekannt sind, lässt sich beurteilen, welche konservatorischen oder restauratorischen Maßnahmen sinnvoll und notwendig sind.
Zur Befundaufnahme gehören die Identifizierung des Bildträgers, die Untersuchung der Malschichten, die Beurteilung des Firnisses sowie die Dokumentation vorhandener Schäden. Darüber hinaus werden frühere Restaurierungen berücksichtigt, da ältere Ergänzungen oder Überarbeitungen häufig Einfluss auf den heutigen Zustand des Gemäldes haben.
Je nach Fragestellung können verschiedene Untersuchungsmethoden eingesetzt werden. Bewährt haben sich unter anderem Streiflicht zur Beurteilung der Oberflächenstruktur, UV-Licht zur Sichtbarmachung älterer Retuschen oder Firnisschichten sowie mikroskopische Untersuchungen einzelner Schadensbereiche. Ziel ist es, den Erhaltungszustand möglichst präzise zu dokumentieren, ohne die originale Substanz zu beeinträchtigen.
Die Ergebnisse bilden die Grundlage für ein individuelles Restaurierungskonzept. Darin werden alle geplanten Maßnahmen festgehalten und hinsichtlich ihrer Notwendigkeit, Materialverträglichkeit und Restaurierungsethik bewertet.
Restaurierungskonzept – jede Behandlung ist individuell
Kein Gemälde gleicht dem anderen. Alter, Maltechnik, verwendete Materialien und die bisherige Objektgeschichte unterscheiden sich erheblich. Deshalb gibt es keine standardisierte Restaurierung.
Das Restaurierungskonzept orientiert sich am tatsächlichen Zustand des Kunstwerks und berücksichtigt sowohl konservatorische als auch ästhetische Aspekte. Vorrang hat immer die Sicherung der Originalsubstanz. Restauratorische Eingriffe werden auf das notwendige Maß beschränkt und erfolgen ausschließlich dort, wo sie zum Erhalt oder zur besseren Lesbarkeit des Gemäldes beitragen.
Alle verwendeten Materialien und Arbeitsschritte werden dokumentiert. Dadurch bleiben die Maßnahmen langfristig nachvollziehbar und können bei Bedarf von zukünftigen Restaurierungen berücksichtigt werden.
Gemälde restaurieren lassen | Restauratorin in Koblenz

links: vor Restaurierung rechts: Zwischenzustand

Während Reinigung Endzustand, Detail
Ein bedeutendes Gemälde des ausgehenden 17. Jahrhunderts aus dem Nikolausaltar der Liebfrauenkirche zu Koblenz
Vorgefundener Zustand:
- großflächige Übermalungen aus dem 19. Jahrhundert
- dicke,wachsige und vergilbt Firnisschicht
- starke Rußablagerungen
- allgemein stark verschmutzt
- Fehlstellen und Kittungen von alter Restaurierung
Maßnahmen:
- Reinigung Gemälde
- Abnahme Firnis
- Abnahme Übermalung
- Freilegung der alten Kittungen, Reduzieren der Kittungen auf Minimum
- Kitten weiterer Fehlstellen
- Strichretusche
- Auftrag eines Firnisses
- Einrahmung in den Nikolaus-Altar der Liebfrauenkirche.
Kontakt und Anfragen:
Wenn Sie eine Anfrage stellen möchten oder Fragen zu unserem Unternehmen Kunstkonservierung und unseren Leistungen haben, freuen wir uns von Ihnen zu hören. Telefonnummern und E-Mail-Adresse finden Sie auch auf unserer Seite Kontakt.
Pressestimmen über unsere Restaurierungen
In einigen Zeitungen sind Berichte über unsere Arbeiten erschienen.
Bekannt aus:
- Rhein-Zeitung
- General-Anzeiger
- Wochenspiegel
- SWR
https://www.blick-aktuell.de/Koblenz/Neue-Entdeckungenan-der-Skulptur-aus-Mendig-53771.html
https://ga.de/kanzel-von-st-marien-bekommt-neue-optik_aid-44035481
Was kostet eine Gemälderestaurierung?
Die Kosten hängen von Größe, Zustand und Schäden ab. Nach einer Begutachtung erstellen wir eine individuelle Kostenschätzung. Genaueres dazu hier!
Kann ein vergilbtes Gemälde gereinigt werden?
Ja. Häufig können vergilbte Firnisse entfernt werden. Eventuell ist es auch „nur“ der oberflächliche Schmutz, etwa Nikotin. Mehr dazu hier.
Wie lange dauert eine Restaurierung?
Je nach Umfang einige Tage bis mehrere Wochen.
Lohnt sich die Restaurierung eines alten Gemäldes?
Neben dem materiellen Wert spielt oft der ideelle Wert eine wichtige Rolle.

