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Gemälde auf Holztafel

Restaurierung von Gemälden auf Holztafel – Konservierung historischer Holzträger

Die Restaurierung von Holztafelgemälden erfordert besondere Kenntnisse über historische Maltechniken, Holzbewegungen und konservatorische Maßnahmen. Holztafeln reagieren empfindlich auf Klimaschwankungen und zeigen häufig Risse, Verformungen oder Ablösungen der Malschicht.

Holztafelgemälde gehören zu den ältesten und zugleich empfindlichsten Kunstwerken der Malerei. Besonders im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurden zahlreiche Gemälde auf Holz als Bildträger ausgeführt. Aufgrund der natürlichen Alterung des Materials Holz sowie äußerer Einflüsse wie Klima, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen kommt es häufig zu Schäden, die eine fachgerechte Restaurierung erforderlich machen.

Die Restaurierung von Holztafelgemälden erfordert ein tiefes Verständnis für Materialkunde, Schadensmechanismen und historische Maltechniken. Ziel jeder konservatorischen Maßnahme ist es, den originalen Bestand so weit wie möglich zu erhalten und die Stabilität des Kunstwerks langfristig zu sichern.

Diese beiden Tafeln sind die Läden eines Klappaltars. Links der Stifter des Klappaltars, rechts der heilige Kastor, nachdem die Kastorkirche in Koblenz benannt wurde. Der Klappaltar wurde von uns im Jahr 2018 restauriert.

Typische Schäden an Holztafelgemälden

Holz als organisches Material „arbeitet“ ständig. Das bedeutet, es reagiert auf Veränderungen der Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Dadurch entstehen im Laufe der Zeit typische Schadensbilder:

  • Risse und Spalten im Holzträger
  • Verformungen und Wölbungen der Tafel
  • Ablösungen der Malschicht und Grundierung
  • Schollenbildung und Farbverluste
  • Schäden durch Insektenbefall oder Pilzbefall
  • Spannungsrisse durch frühere Eingriffe oder alte Restaurierungen

Diese Schäden wirken sich nicht nur auf die Stabilität des Bildträgers aus, sondern gefährden auch die originale Malschicht.

Konservierung und Restaurierung von Holztafelgemälden

Die konservatorische und restauratorische Behandlung von Holztafelgemälden erfolgt immer individuell und nach einer gründlichen Schadensanalyse. Zu den möglichen Maßnahmen gehören unter anderem:

  • Festigung lockerer oder gefährdeter Malschichten
  • Stabilisierung und Konsolidierung des Holzträgers
  • Verleimung und Sicherung von Rissen und Fugen
  • Rückformung verformter Holztafeln unter kontrollierten Klimabedingungen
  • Oberflächenreinigung und Entfernung alter Überzüge
  • Kittung von Fehlstellen und Retusche zur visuellen Integration

Dabei gilt stets das Prinzip der minimalen Intervention: Nur so viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Präventive Konservierung als wichtiger Schutz

Ein entscheidender Faktor für den langfristigen Erhalt von Holztafelgemälden ist die präventive Konservierung. Bereits stabile klimatische Bedingungen können neue Schäden verhindern oder bestehende Prozesse deutlich verlangsamen.

Fachgerechte Restaurierung nach konservatorischen Standards, Beispiel:

In Zusammenarbeit mit Diplom-Restauratorin Mechthild Meckmann wurde dieses Tafelgemälde (Mitteltafel des Zieglein-Altars (1594) aus Koblenz, Kastor-Kirche) restauriert. Hier sieht man die Phase der Freilegung, eine spätere Übermalung konnte mechanisch abgetragen werden, ein aufwendiger und langwieriger Prozess, der sich aber gelohnt hat.

Wie kann man gute konservatorische Bedingungen schaffen?

Die richtige Umgebung ist oft ebenso wichtig wie die eigentliche Restaurierung.

Wichtige Maßnahmen sind:

  • Konstante Luftfeuchtigkeit und Temperatur
  • Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung
  • Fachgerechte Lagerung und Präsentation
  • Kontrolle von Schadstoffen und Schädlingsbefall

Ziel der Restaurierung von Holztafeln

Ziel der Restaurierung ist nicht die „Neuerstellung“ eines Kunstwerks, sondern der respektvolle Erhalt seiner historischen Substanz. Ein restauriertes Holztafelgemälde soll seine Stabilität zurückerlangen, ohne seine Authentizität und Geschichte zu verlieren.

Durch eine fachgerechte Konservierung und Restaurierung wird die Lebensdauer des Kunstwerks deutlich verlängert und seine ästhetische Wirkung bestmöglich bewahrt.

Wie läuft die Restaurierung eines Gemäldes auf Holz ab?

Folgende Maßnahmen können an einem Gemälde mit einem Träger aus Holz durchgeführt werden:

  • Verleimen von Holztafeln,
  • Holzfestigung,
  • Festigen des instabilen Trägers (durch Insektenfrass oder Schimmel),
  • Festigen mit geeigneten Festigungsmittel (Konsolidierung),
  • Malschichtfestigung,
  • Rückformung von verformten Holz mittels Klimazelt,
  • Oberflächenreinigung,
  • Firnisabnahme von vergilbten Überzügen,
  • allgemein Kittung und Retusche.

Hier spricht man auch von präventiver Konservierung!

Kunstkonservierung Koblenz
Diplom-Restauratorin Katrin Etringer
Tel.: 0261/22461

Was sind Tafelgemälde?

Mittelalterliches Tafelgemälde, Anna Selbdritt, 15. Jahrhundert

Holztafeln waren beliebt als Trägermaterial im Mittelalter. Auch später, als zunehmend auf Leinwand gemalt wurde, griffen noch viele Künstler auf sie zurück. In der Modernen Kunst wurden moderne Holzträger wie Sperrholz oder Hartfaserplatten verwendet.

Da Holz die Eigenschaft hat zu arbeiten, entstehen bei größeren Klimaschwankungen Risse und Deformationen im hölzernen Träger. Abblätternde Malschicht ist häufig eine Folge des arbeitenden Holzes. Mittelalterliche Holztafeln wurden im 19. Jahrhundert häufig gedünnt oder gespalten und mit einer sogenannten Pakettierung auf der Gemälderückseite versehen, das die Holztafel in Form halten sollte. Jedoch hatten solche Restaurierungsmaßnahmen häufig negativen Einfluß auf den Erhaltungszustand der Holztafeln. Durch das starre Korsett der Pakettierung kam es häufig zu Rissen und Fugen im Holz, die sich durch die Malschicht durchziehen.
An Holztafeln lösen sich durch Klimaschwankungen und altern häufig die Malschicht und Grundierung vom Untergrund  und stehen dachförmig auf. Ursache des Schadens ist der Schwund der Holztafel, vor allem quer zur Faserrichtung.
 
Restaurierungsmaßnahmen bei Holz als Träger von Gemälden
Eine typische Konservierungsmaßnahmen an Malschicht und Holztafel ist die Festigung der gelösten Schollen, die sich oft nicht mehr in ihre ursprüngliche Form zurückführen lassen und selbst nach einer Festigung fragil bleiben. Vor einer Festigung sind auch die Verschmutzungen nicht ohne Schaden zu entfernen. Wiechtig für den Erhalt des er Holztafel und der Malerei ist eine konservatorische Betreuung und das Einhalten eines konstanten Klimas.

Beispiel einer Restaurierung eines Tafelgemäldes (1594), Mitteltafel des Zieglein-Altars, Koblenz

In Zusammenarbeit mit Diplom-Restauratorin Mechthild-Meckmann aus Köln wurde dieses Tafelgemälde aus Koblenz restauriert. Das vollständig übermalte Gemälde konnte mechanisch freigelegt werden. Die großflächigen Fehlstellen wurden nach der Freilegung gekittet und retuschiert.

Gerne können Sie uns kontaktieren:

Tel.: 0261-22461

oder mail

etringer@restauratorin.net

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