Archiv der Kategorie: Kunsthandwerk

Holz imitieren mit Maltechniken

Ein Orgelgehäuse wurde umgebaut und Bauteile mussten vom Orgelbauer holztechnisch ergänzt werden. Dieses „frische“ Holz sollte nun dem Altbestand angepasst werden. Das Orgelgehäuse des ausgehenden 19. Jahrhunderts zeigt heute eine Sichtfassung des frühen 20. Jahrhundert. In dieser Überarbeitungsphase hat man das Orgelgehäuse mit einer Holzimitation neu gefasst.

Die Holzmalerei (Holzimitation) ist eine Technik mit der sich die verschiedensten Holzarten täuschend echt nachahmen lassen. Bei der Ausführung der Holzmalerei spricht man vom lasieren, fladern oder maserieren.

Im 19. Jahrhundert erlebte die Technik der Holzmalerei – wie auch alle anderen dekorativen Maltechniken aus dem Malerhandwerk – Ihren Höhepunkt. Die damaligen Maler – Dekorationsmaler genannt – übten die Holzmalerei in höchster Perfektion aus. Auf Werkstoffen wie unter anderem Türen, Tore oder Möbel die aus „billigem“ Weichholz hergestellt wurden, wurde damals vom Maler und Anstreicher bzw. dem Dekorationsmaler mit Farbe teures edles meist Hartholz vorgetäuscht. Zum Einen wären oft Möbel oder Türen aus hartem Hölzern unerschwinglich gewesen zum Anderen konnten alle Bauteile mit frei gewählten Dekoren verziert werden. Üblicherweise wurde wurde der Holzträger mit Ölfarbe aus Leinöl (Leinölfarbe) vorbereitet und dann mit Öllasur oder Wasserlasur maseriert. Außerdem benutzte man Bier als Bindemittel, sogenannte Bierlasuren. Mit speziellen Werkzeugen, Modlern oder Dachshaarvertreiber wurde die Maserung des Holzes imitiert. So konnten Holzarten imitiert werden, die der Schreiner nicht vorrätig hatte, Holzarten wie Pitsch Pine, Palisander, Eiche, Ahorn oder Vogelaugenahorn, Esche und Blumenesche, Rosenholz, Zitronenholz sowie alle Arten von Mahagoni usw. Auch Schildpatt oder Marmor und andere Gesteinsarten wurden imitiert.

Bei unserer Holzmalereie orientieretenwir uns an dem vorgegebenen Holzmuster der Orgel. Zum Maserieren verwenden wir dieselben Werkzeuge und Pinsel wie der Dekorationsmaler im 19. Jahrhundert; z. B. Modler, Dachshaarvertreiber, Rucker und Schläger (Pinsel). Kratzer und kleinere Fehlstellen in der bestehendenFassung wurden innerhalb der Fehlstelle retuschiert.


Praktikum Restaurierung

Wir bieten einem kunstbegeisterten und handwerklich geschickten jungen Menschen eine fundierte restauratorische Grundausbildung im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres in der Denkmalpflege.

Begleitet wird das Vorpraktikum durch die Jugendbauhütte NRW/Rheinland (siehe dazu auch https://www.denkmalschutz.de/denkmale-erleben/jugendbauhuetten/die-einzelnen-jugendbauhuetten/jugendbauhuette-nrw-rheinland.html), dabei haben Teilnehmer die Möglichkeit, spannende Seminare zu Themen der Denkmalpflege mitzumachen.

Im Praktikum werden Grundlagen der Restaurierung von Gemälden und Skulpturen vermittelt. Wir arbeiten überwiegend im Atelier, jedoch auch in Denkmälern am Objekt. Das Praktikum wird vergütet.

Anbieter: Kunstkonservierung Koblenz

Ansprechpartnerin: Dipl.- Restauratorin Katrin Etringer

Adresse: Sankt-Maternus-Strasse 31, 56070 Koblenz

Telefon: +49 2612 2461

E-Mail: etringer(at)restauratorin.net

Website: kunstkonservierung.de

Restaurierung Gemälde, Kunsthandwerk

Gemälde und Skulptur ist nur ein Überbegriff, der eine große Vielzahl an Objekten und Untergattungen beschreibt die in der Restaurierung von Gemälde, Kunsthandwerk und Heiligenfiguren vorkommen. In den letzten Jahren durften wir unterschiedliche und zum Teil recht kuriose Objekte untersuchen, konservieren und restaurieren. Ausstattung von Kirchen, wie Altäre, Tabernakel, Heiligenfiguren, daneben auch die profanen Objekte des Kunsthandwerks, etwa gefasste Möbel, darunter vergoldete Stühle, polychromierte Konsolentische, verzierte Spiegel, Bilderrahmen, Kerzenleuchter oder sogar Lüsterweibchen. Unter den Heiligenfiguren haben wir restauriert: den Heiligen Johannes (barocke Holzskulptur), Heiligen Nikolaus (barocke Holzskulptur), Heiliger Blasius (neogotisch), Heiliger Sebastian (neogotisch), Heiliger Maternus (barocke Holzskulptur), Vesperbilder aus unterschiedlichen Epochen.

Buchstaben vergolden

Buchstabgen vergolden gehört normalerweise nicht zu unserem Tagesgeschäft als Restauratoren für Gemälde und Skulpturen. Aber immer wieder werden wir auch als gelernte Vergolder mit der Vergoldung von Möbeln oder Schrifzügen (Buchstaben) betraut. Für den hochwertigen Innenausbau einer exklusiven Parfümerie in Düsseldorf haben wir zusammen mit Vergoldermeisterin Katinka Wessels Hunderte von Buchstaben vergoldet. Aus den vergoldeten Buchstaben  wurden die Schriftzüge von Parfüm-Labels zusammengepuzzelt. Wer mag, kann mitpuzzeln!

vergoldete Buchstaben für den Ladenbau

Blattmetalle können für moderne Vergoldungen eingesetzt werden. Für Ladenbau, Messebau, Innenausbau und Yachtbau können Möbel, Vitrinen oder auch Buchstaben vergoldet werden. Die Auswahl an  Blattmetallen ist groß: Blattgold verschiedener Karat, Blattsilber, Schlagmetall (Messing und Aluminium) Kupfer. Buchstaben vergolden ist nur eines der Anwendungsbeispiele.

Das Blattgold wird mit Anlegemitteln auf Basis von Öl (Mixtion) oder Acryl auf die glatte Oberfläche durch den Vergolder vergoldet.

Nach Anlegen der Mixtion (oder ähnlichem) wird das Blattgold auf die Buchstaben aufgelegt (Vergolden der Buchstaben). Anders als bei der Polimentvergoldung werden die vergoldeten Oberflächen nicht mit einem Achatstein auf Glanz poliert. Die vergoldeten Buchstaben, die mit Blattgold belegt sind werden nach dem Trocknen des Anlegemittels (Mixtion) mit einem weichen Lappen oder Watte leicht angerieben, vor dem Polieren mit Watte muss das Blattgold aber noch eingekehrt werden. Der Vergolder beschreibt mit Einkehren einen Vorgang, bei dem das überschüssige Blattgold mit einem weichen Einkehrpinsel auf der Oberfläche verteilt wird und an offener Mixtion kleben bleibt.